Gymnasium Neckartenzlingen

Gymnasium Neckartenzlingen

Sozialpraktikum

I. Konzeption und Ziele

Am einwöchigen Sozialpraktikum nehmen alle Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen teil.

Es soll dazu dienen, allen Teilnehmenden eine Möglichkeit des sozialen Engagements zu bieten, wozu sich das Gymnasium Neckartenzlingen in der Präambel seiner Schulvereinbarung von 2007 ausdrücklich verpflichtet hat.

In neuen, ihnen unbekannten Räumen übernehmen die Praktikanten mitmenschliche und gesellschaftliche Verantwortung, erleben Herausforderungen und Begegnungen, die zur Persönlichkeitsbildung beitragen und ihre Sprach- und Handlungsfähigkeit erweitern. Sie lernen konkret die Achtung des menschlichen Lebens und den Umgang mit Hilfsbedürftigen. Damit haben sie Gelegenheit soziale Kompetenzen einzuüben, die nicht zuletzt der eigenen Berufsfindung dienen können.

II. Struktur und Gestaltung des Praktikum

Alle Teilnehmenden verbringen zu Beginn des 2. Schulhalbjahres während einer Woche 20 Stunden in einer sozialen Einrichtung und erstellen darüber einen Praktikumsbericht, der in die Note des 2. Halbjahres in den Fächern Religion und Ethik einfließt.

Das Praktikum wird jeweils in den Lerngruppen der Fächer evangelische bzw. katholische Religion und Ethik in jeweils 3 – 4 Doppelstunden vor- und nachbereitet. Tipps zur Stellensuche, zur mündlichen und schriftlichen Bewerbung, Anleitung zum Erstellen eines Praktikumsberichtes, grundsätzliche Informationen über die Bedingungen eines Sozialpraktikums und Verhaltensregeln in den Institutionen wie auch das Thematisieren möglicher Fragen und Bedenken gehören zur Vorbereitung, die Auswertung und Präsentation des Erlebten mittels Gesprächen, Plakaten, kleinen Ausstellungen, das Informieren des nächsten Praktikumsjahrgangs zur Nachbereitung.

Während des Praktikums besuchen die Lehrenden die Praktikanten nach Möglichkeit vor Ort.

Die jeweilige Praktikumsstelle wird um das Erstellen eines standardisierten Feedbackbogens gebeten, der dem Praktikumsbericht beigelegt werden soll.

Die Eltern können beim Finden der Praktikumsstellen unterstützen oder diesbezügliche Informationen weitergeben.

Die Konzeption versteht sich als offene und kann je nach Erfahrungen und Anregungen aller Beteiligten modifiziert werden

III. Erfahrungen seit dem Schuljahr 2008/9

Hohe Kooperationsbereitschaft der Stellenanbieter, positive Resonanz und gute Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und deren Eltern.

Stimmen der Teilnehmende

«Eine positive Erfahrung war, dass sich in der Vesperkirche Menschen aus ganz verschiedenen sozialen Schichten an einen Tisch setzen.» (Praktikant, Vesperkirche Nürtingen)

«Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht einfach ist, mehrere Kinder unter einen Hut zu bringen, weil jedes seinen eigenen Willen hat. Ich habe großen Respekt vor den Erzieherinnen, denn ich finde es bewundernswert, wie sie mit den Kindern umgehen.»  (Praktikantin, Kindergarten)

«Eine schöne und interessante Erfahrung war, dass Kinder einem innerhalb einer Woche so ans Herz wachsen können, dass man am liebsten dort bleiben möchte.» ( Praktikantin, Grundschulförderklasse)

«Ich finde es faszinierend, wie schnell man den Menschen mit Behinderung „näher kommt“: Am ersten Tag wusste ich mit ihnen kaum etwas anzufangen, weil ich in meinem Alltag keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung habe. Doch mit der Zeit lernte ich, dass sie Menschen wie wir sind, und man sie darum möglichst normal, so wie Menschen ohne Behinderung, behandeln sollte.» (Praktikant, Behinderteneingliederungshilfe)

«Ich habe gelernt mit kranken Menschen umzugehen und sie zu pflegen: Blutdruck messen, Temperatur messen, Puls messen – jetzt weiß ich, warum diese Werte so viel über den Gesundheitszustand unseres Körpers aussagen. (…) Wenn man Krankenpflege als Beruf wählt, ist große Teamfähigkeit das A und O, sonst werden Stresssituationen zu einem Problem. Da die Arbeit in der Krankenpflege oft auch mit seelischen Belastungen verbunden ist, muss man diesen gewachsen sein.» (Praktikantin, Krankenhaus)

«Den ganzen Tag kranke Menschen um sich zu haben, ist eine echte Herausforderung und muss bewältigt werden. Man darf weder Berührungsängste, noch Abneigung gegen menschliche Ausscheidungen haben. (…) Ich kann das Praktikum im Krankenhaus den nächsten Klassen nur empfehlen. Man bekommt einen guten Einblick in den Krankenhausalltag, der Arbeitsablauf und in die Arbeit mit kranken Menschen.» (Praktikantin, Krankenhaus)

Teilweise war es etwas stressig und es war oft sehr laut.“ (Praktikantin, Kindergarten)

«Eine Erfahrung, die ich nicht so gern gemacht habe, ist, dass die Kinder sehr anhänglich sind. Wenn man einmal ein Spiel angefangen hat, dann wollen sie nicht mehr aufhören, man kann nichts anderes mehr machen.» (Praktikant, Kindergarten)

Das einzig Negative an dem Sozialpraktikum fand ich, dass diese 1 Woche viel zu kurz war, ich hätte gern mehr Zeit dort verbracht. (…) Die Zeit verschwand wie im Flug.“ (Praktikantin, Kindergarten )

Das einzige, was ich bemängeln könnte, ist, dass das Praktikum zu kurz war.“(Praktikant, Behinderteneingliederungshilfe )

Nach oben