
Es herrscht gerade Winterpause in unseren Kletter-AGs, deshalb kann es nicht entsprechend gefeiert werden: Unser Kletterprojekt und das langjährige Engagement der Sportmentorin Mirit Heyden wurden bei einem landesweiten Wettbewerb mit einer Auszeichnung und 400 € gewürdigt.
Der Wettbewerb wurde im Sommer diesen Jahres vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und der Stiftung "Sport in der Schule" ausgeschrieben, um schülerorientierte Schulsportkonzeptionen zu prämieren. Damit sollte das Engagement von Schülermentorinnen und -mentoren sowie ihrer Lehrkräfte für eine sport- und bewegungsfreundliche Schule gewürdigt werden.
Ganz klar, dass wir uns mit unserem Kletterprojekt angesprochen fühlten, denn es entstand wirklich größtenteils in Eigenarbeit und Mirit war von Anfang an maßgeblich daran beteiligt.
Die mühsamen Anfänge gehen bis zum Frühsommer 2005 zurück, als die Idee entstand, eine gemeinsame Kletterwand für das Gymnasium und die Realschule zu bauen. Zwei Jahre dauerte es, bis aus der Idee Realität wurde. Betreut von den beiden Sportlehrern Achim Staudinger vom Gymnasium und Iris Besemer von der Realschule und unter fachkundiger Beratung der Handwerker bauten Schüler die 8 m hohe und 6 m breite Kletterwand größtenteils selbst. Ca. 1000 Arbeitsstunden investierten sie in ihrer Freizeit, so dass die Handwerker beeindruckt von so viel schweißtreibender Aktivität der Jugendlichen größtenteils auf ihren Lohn verzichteten. Daneben wurden verschiedene Finanzierungsaktionen organisiert, wie Verkauf von Griffpatenschaften, Tombola, Kuchenverkauf, Bazar, so dass am Ende nur ca. 50 % der tatsächlichen Kosten von 25 000 € finanziert werden mussten. Mirit war von Anfang an bei der Projektgruppe als sehr zupackende und tatkräftige Fachfrau dabei.
Im Mai 2007 wurde die Kletterwand feierlich eingeweiht und seitdem wird sie nicht nur bei den Schulfesten, sondern vor allem in unseren schulartübergreifenden Kletter-AGs unter der Leitung von Frau Peikert-Holle und Frau Besemer eifrig genutzt. Mirit leitet nach ihrer Ausbildung zur Sportmentorin nunmehr auch schon das zweite Jahr selbständig eine AG.
Im Schuljahr 2007/08 wurde weiter geplant: Eine Boulderwand, die immer allen Schülerinnen und Schülern zur freien Benutzung offen steht, sollte unser Kletterareal ergänzen. Mirit war hier als Kletterexpertin wieder bei der Planung dabei und nachdem die Wand als freistehende Anlage in Form eines Pilzes von einer Fachfirma aufgestellt wurde, übernahm Mirit mit einer Gruppe von Schülern während der Projekttage im Juli 08 die Montage der Griffe. Der Boulderblock wurde dann anlässlich der Verabschiedung unseres ehemaligen Schulleiters als „Kopecki-Pilz“ eingeweiht.
Mirit hat mit ihrem Vorbild viele Schülerinnen und Schüler zum Klettern animiert und wir haben schon weitere engagierte Nachfolger gefunden, denn (leider) wird Mirit im nächsten Frühjahr ihr Abitur schreiben und dann vermutlich nicht mehr so viel Zeit.

Seit März 2007 können Gymnasiasten und Realschüler an der mit viel Eigenarbeit erstellten Kletterwand unter Aufsicht und angeseilt klettern. In einer von Schülern und Frau Peikert-Holle geleiteten AG kann das Klettern auch erlernt werden.
Rechtzeitig zum großen Schulfest im Juli 2008 des Gymnasiums wurde nun auch die 3 m hohe freistehende Boulderanlage in Form eines Pilzes aufgestellt. „Bouldern“ heißt klettern ohne Seilsicherung, also in Absprunghöhe. In mühevoller Handarbeit wurden die 36 qm Kletterfläche von einer Projektgruppe während der im Juli 2008 stattfindenden Projekttage unter der sachkundigen Leitung von Mirit Heyden mit ca. 170 Griffen bestückt. So kann der Boulderblock am Schulfest sofort ausprobiert werden. Zusammen mit der Kletterwand stellt er ein hervorragendes Kletterareal für die Schüler/innen der Realschule und des Gymnasiums dar. Darüber hinaus soll er der Mittelpunkt eines „Aktivitätsplatzes“ werden: es ist geplant, weitere Spielgeräte um den Pilz herum aufzustellen, so dass die Wiese hinter der Mensa zu einem Aufenthaltsort wird, der zur aktiven und gesunden Pausengestaltung beiträgt.
Der rasche Bau der Boulderanlage wurde ermöglicht durch Spenden und durch die Übernahme verschiedener Arbeiten durch den Bauhof der Gemeinde Neckartenzlingen. Wir danken
- den Fördervereinen des Gymnasiums und der Realschule
- dem Elternbeirat des Gymnasiums
- Herrn Bürgermeister Krüger
- Herrn Bürgermeister a.D. Schäfer
- der Firma Felsland für die Planung und Konstruktion der Wand, die unter Mitwirkung der Zimmerei Holz Art, der Firma Wurster, der Firma Falkenburger und der Firma Pflug aufgestellt wurde.
Therese Peikert-Holle