Gymnasium Neckartenzlingen

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Costa Brava: Schüler erforschen Meeresfauna an Spaniens Küste

Der Sommer 2009 wird für 17  Schülerinnen und Schüler unserer Schule in guter Erinnerung bleiben: Sie reisen nach Spanien – aber nicht, um Urlaub zu machen, sondern um auf Darwins Spuren zu wandeln, dessen Geburtstag sich am 12. Februar 2009 zum 200. Mal jährte.

Das von Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern initiierte Projekt „Darwin ver. 2.0: Re-Discovering Evolution in Europe“ verlegt eine der zentralen Arbeiten Darwins, die Analyse der Ausdifferenzierung der Galapagosfinken, zeitlich in die Gegenwart und örtlich nach Spanien. Dazu arbeiten die Teilnehmer im Meer und im Labor an Meerbrassen. An diesem Mittelmeerbewohner, dessen Kiefersysteme bei einzelnen Arten für Fische ungewöhnlich diversifiziert und spezialisiert sind, lässt sich zeigen, was Darwin an den Galapagosfinken erstmals beschrieb: dass sich Anpassungen an die Umwelt in der Morphologie der Art erkennen lassen. Neben der zeitlichen und örtlichen Verlegung wird das historische Originalbeispiel aber auch modernisiert: Die Teilnehmer können auf Datenbanken und Originaldaten zurückgreifen und anhand der verfügbaren Daten und wissenschaftlichen Methoden – Lebendbeobachtungen im Freiwasser und Aquarium, Ernährungsbiologie, - zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangen wie Darwin. So werden die Schüler nicht zuletzt lernen, dass Evolution kein exotisches Phänomen auf weit entlegenen Inseln ist, sondern sich „vor unserer Haustür“ abspielt.

Warum dürfen wir mitgehen?

Das Angebot wurde als Wettbewerb ausgeschrieben. Zielgruppe waren Oberstufenklassen; rund 1000 Schüler erhalten so die Chance für einen mehrtägigen Aufenthalt in dem bereits vorhandenen Schülerlabor und -ausbildungszentrum an der Costa Brava (Centro Europeo Cap Roig in Gerona).

Seit der Ausschreibung im September 2008 haben sich etwa 80 Schülergruppen mit insgesamt etwa 2800 Schülerinnen und Schülern beworben. Davon sind 30 Schulen mit insgesamt etwa 970 Schülerinnen und Schülern ausgewählt worden. Entscheidend war ein besonders gutes Gesamtbild, das sich aus folgenden Einzelkriterien ergab:

  • Gab es in den Vorjahren bereits Studienfahrtangebote an der Schule, die erwarten lassen, dass eine Teilnahme an Darwin 2.0 ernsthaft und erfolgreich verlaufen kann?
  • Haben in den Vorjahren bereits Schüler dieser Schule an einer Schülermentorenausbildung „Meeresbiologie“ teilgenommen und dabei den Quali-Pass Baden-Württemberg erworben?
  • Sind Lehrer der Schule fachlich besonders für die Durchführung derartiger Studienfahrten ausgewiesen? (Hierzu zählt z.B. die Teilnahme einer oder besser noch mehrerer Kollegen an einer meeresbiologisch ausgerichteten Lehrerfortbildung.)
  • Sind originelle Ideen vorhanden, die Studienfahrt im Darwinjahr 2009 auch öffentlichkeitswirksam zu präsentieren?
  • Kann die inhaltliche Ausrichtung der Studienfahrt in das Schulcurriculum Biologie eingebettet werden?

Was erwartet uns?

Als „glücklicher Mitgewinner“ des Wettbewerbs um die begehrten Plätze profitiert die Schule in mehrfacher Hinsicht:

 

  • Die teilnehmenden Schüler erhalten Sonderkonditionen für Reise und Unterkunft/ Halbpension. Die VW-Stiftung finanziert jedem teilnehmenden Schüler/in einen Tag Hotelaufenthalt mit Halbpension.
  • Die teilnehmende Klasse erhält unter wissenschaftlicher Anleitung durch die Projektleitung von Darwin 2.0 (Universität Tübingen) ein 1-2 tägiges Sonderprogramm, bei dem die Evolutionstheorie im Mittelpunkt steht. Schülerinnen und Schüler agieren dabei gewissermaßen als „Junge Darwins am Mittelmeer“.
  • Der Fachbereich Biologie der teilnehmenden Schule erhält nach erfolgreichem Abschluss eine Sammlung von Meerbrassenunterkiefer-Modellen für ihre Biologiesammlung, damit die Fachlehrer in die Lage versetzt werden sollen, das Sonderprogramm Darwin 2.0 auch zukünftig, ohne Begleitung durch die Universität Tübingen im Rahmen von Studienfahrten durchführen zu können.
  • Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit kostenlos eine Ausbildung im Schnorcheln unter Anleitung eines staatlich geprüften Übungsleiters oder Tauchlehrers aus einem Tauchsportverein zu erhalten.

Unsere Schule ist dabei:

17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 reisen in der ersten Juliwoche nach Cap Roig in Spanien, um auf den Spuren Darwins zu wandeln.


 

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